Figurzeichnen Fehleranalyse
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Steife Figuren: Woran es wirklich liegt

Gewicht, Balance und warum Kontrapost allein nicht hilft

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Steife Figuren: Woran es wirklich liegt

Wenn eine gezeichnete Figur aussieht, als würde sie fallen, obwohl sie stehen soll, liegt das fast immer an einer Sache: fehlendem Gewichtsgefühl.

Das ist kein vages Konzept. Es geht um eine konkrete Frage: Wo liegt der Schwerpunkt der Figur, und steht er über der Standfläche?

Die Gleichgewichtslinie wird ignoriert

Eine stehende Figur hat eine gedachte vertikale Linie, die vom Halsansatz senkrecht nach unten fällt. Diese Linie muss irgendwo zwischen den Füßen landen.

Beim Zeichnen vergisst man das, weil man auf Einzelteile fokussiert ist, nicht auf die Gesamtstatik.

Kontrapost wird falsch verstanden

Viele haben gehört, dass Kontrapost Posen lebendig macht. Also kippen sie die Hüfte, kippen die Schultern und wundern sich, warum die Figur trotzdem steif wirkt.

Kontrapost bedeutet, dass Hüfte und Schultern gegenläufig kippen. Wenn beide in dieselbe Richtung gehen, entsteht kein Gegengewicht, sondern eine Schieflage.

Gelenke werden als Punkte gezeichnet

Knie, Ellbogen und Knöchel sind keine Punkte, sondern haben eine eigene Form und Dicke. Wer sie als Verbindungspunkte behandelt, bekommt Gliedmaßen, die wie Schläuche wirken.

Ein einfacher Test: Die Kniebreite sollte etwa einem Drittel der Oberschenkelbreite entsprechen.

Steife Figuren entstehen nicht durch mangelnde Übung allein. Sie entstehen durch fehlende Beobachtung der richtigen Dinge.

Wer einmal anfängt, Schwerpunkte und Gelenkformen aktiv zu prüfen, sieht den Unterschied innerhalb weniger Zeichensessions.