Es gibt eine sehr verbreitete Strategie unter Zeichenlernenden: Hände hinter dem Rücken, Füße außerhalb des Bildrandes. Bekannt, ehrlich, und letztlich ein Umweg.
Das Weglassen löst nichts, weil das Gehirn das fehlende Element trotzdem registriert. Eine Figur ohne sichtbare Hände wirkt unfertig, nicht elegant.
Hände sind keine Einheit
Der häufigste Fehler: Die Hand wird als eine Form gezeichnet, nicht als Gruppe von Teilen. Dabei besteht sie aus Handfläche, Daumen und vier Fingern mit je drei Gelenken.
Wer erst die Handfläche als vereinfachtes Rechteck skizziert und dann die Finger ansetzt, bekommt sofort bessere Ergebnisse als jemand, der die ganze Hand auf einmal zeichnet.
Finger haben unterschiedliche Längen
Der Mittelfinger ist der längste, der Zeigefinger und Ringfinger sind fast gleich lang, der kleine Finger endet etwa auf Höhe des oberen Gelenks des Ringfingers. Diese Hierarchie wird in fast jeder Anfangszeichnung ignoriert.
Das Ergebnis sind Hände, bei denen alle Finger gleich lang wirken, was sofort auffällt.
Füße sind keine Dreiecke
Der Fuß hat eine Ferse, einen Spann und einen Zehenbereich. Diese drei Zonen haben unterschiedliche Höhen und Winkel zueinander.
Wer den Fuß als flaches Dreieck behandelt, bekommt eine Form, die anatomisch nicht stimmt und die Standfestigkeit der Figur optisch untergräbt.
Hände und Fusse sind schwer, weil sie komplex sind. Nicht weil sie ein besonderes Talent erfordern.